Mozart c-Moll Messe

 

mit Sabine Götz, Daniela Gerstenmeyer, Sebastian Hübner, Thomas Jesatko und Orchestermitgliedern des NTM

Leitung: Heike Kiefner-Jesatko

Mozarts große Messe in c-Moll ist ein Werk, das durch seine Emotionalität, Sensibilität, seinen Klangsinn, die Mozartsche Kompositionskunst und auch überbordende Energie besticht.

Diese überbordende Energie und Bewegungsfreude im Gegensatz zu unglaublicher Zärtlichkeit ist das, was mich sprachlos vor diesem Werk stehen lässt. Wie geht das eine mit dem anderen zusammen? Es geht!

Mozart spannt zarte Melodielinien in den Arien/im Duett/im Terzett zwischen großen, majestätisch leuchtenden Chören, die sich z. T. in die Achtstimmigkeit aufspreizen.

Chöre in denen diese Energie uns in die Musik zieht und uns gleichzeitig durch sie hindurch fegt („Credo“).

Chöre, die in der deutschen Musikvergangenheit verwurzelt sind, die hörbar beeinflusst sind von den Werken Johann Sebastian Bachs (h-Moll Messe) und auch Georg Friedrich Händels (Israel in Egypt, Messiah).

So erleben Sie das schwere „Qui tollis“ in barocker Doppelpunktierung, mit dadurch fühlbaren körperlichen Geißelungen und den damit verbundenen Leiden Jesu, der auf dem Weg nach Golgatha ist, als schmerzenden zentralen Chor der Messe.

Doch die Schwere hält nicht lange an, Mozart fügt das „Quoniam“-Terzett („Du bist heilig“) in Leichtigkeit an. Es wirkt, als ob die beiden Soprane und der Tenor miteinander spielen würden und die Last des „Qui tollis“ damit verflogen ist. Zarte Instrumentierungen, fantasievolle Fugatoeinsätze und lebendige Farbigkeit überstrahlen das ganze Werk.

Sehr intim und zärtlich schreibt Mozart das „Et incarnatus“. Es ist leider nur fragmentarisch vorhanden, wie auch andere Sätze in der Messe, und Uwe Wolf und Frieder Bernius haben sehr sensibel versucht, die Stimmen so zu ergänzen, dass sie nicht in das Werk maßgeblich eingreifen. So wird es in unserer Fassung in der Arie keine Hörner geben, so dass sie noch kammermusikalischer musiziert werden kann und der Fokus auf den drei Holzbläsern und der Sopranistin liegt. Eine musikalische Perle des Werkes.

Der Mozart Messe haben wir das „Maria durch ein Dornwald ging. Advents-Kyrie“ von Günter Raphael (1903 – 1960) vorangestellt. Raphael ist in Berlin geboren. Es war ihm während des Nationalsozialismus verboten zu arbeiten und seine Kompositionen aufzuführen, denn sein Vater war Jude. Er unterrichtete in Leipzig, Mainz und war bis zu seinem Tode Professor für Komposition an der Musikhochschule in Köln.

Raphaels Stück lebt von dem tiefen Männerchorklang im Kontrast zu der einstimmigen Liedstrophe und der dann folgenden Überlappung beider Elemente. Es trägt uns in das „Kyrie“ der Mozart-Messe hinüber.

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